Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Siesta, Abendessen, Kaffee

Frühstück

Natürlich sind die Frühstücksvarianten individuell wie die verschiedenen Geschmacksrichtungen und Einstellungen zum Thema Essen allgemein. Neben den aktuellen Trends, zum Beispiel zu gesunder Ernährung gibt es aber eine landestypische Tradition:  Ein solches spanisches Frühstück das „desayuno“  besteht zumeist aus einem Kaffee mit Milch „café con leche“ und einem Gebäck wie Croissant, Muffin oder in Palma auch einer typisch mallorqunischen Enseimada. Manche Spanier mögen ihren Kaffee auch mit Pamboli. Ein sehr typisches Frühstück in einer Bar oder einem Café sind churros mit Kaffe oder heißer Schokolade.

In Hotels wird in der Regel ein Frühstücksbuffet serviert, oft mit Obst, Eiern, Speck, Müsli und je nach Kategorie mit einer großen Brot- und Aufschnittauswahl. In teureren Hotels geht das Angebot bis zum üppigen Brunch.

Churros sind dicke oder dünne frittierte Teigstangen und werden in den Kaffee oder die heiße Schokolade getunkt – sehr empfehlenswert!

 

Mittagessen

Das Mittagessen ist die Hauptmahlzeit der Spanier und wird ausgiebig genossen. Die „comida“ darf durchaus auch mal etwas später angesetzt werden als bei uns. Ab 13 Uhr, eher noch zwischen 14 und 16 Uhr ist die übliche Zeit.

Ein typisches Mittagessen besteht normalerweise aus 3 Gängen. Die Mahlzeit fängt an mit einem Salat, einer Suppe oder kleineren Tapas, geht dann über in den Hauptgang mit Fisch oder Fleisch, Gemüse und Zutaten und zum Schluss wird ein Nachtisch, zum Beispiel Früchte, Eis, Pudding, Kuchen oder ähnliches serviert.

Das Mittagessen kann zwar üppig ausfallen, muss es aber nicht. Gängig sind bei Büroangestellten oder Ladenverkäufern mit kurzer Mittagspause zum Beispiel auch ein „Bocadillo“, ein belegtes Stangenweißbrot ähnlich einem Baguette. Auch eine „ración“, eine Art größere Tapasportion oder ein „menú del día“ – ein Tagesmenü, das oft mit einem Glas Wein und Wasser und einem anschließenden „café solo“ angeboten wird, sind weit verbreitet. Ein solches Menü gibt es tagsüber oft schon unter 10 Euro, abends ist es teurer. 

In diesem „menú del dia“ ist zwar oft Wasser, Wein und eine Limonade enthalten. Viele Restaurants sind jedoch zum System „bebidas aparte“ – also Getränke sind separat zu zahlen – übergegangen. Die Idee für das tagesmenü stammt noch aus der Franco-Ära. Der Diktator vertrat die Ansicht, dass jeder Arbeiter mindestens einmal am Tag eine umfangreiche Mahlzeit einnehmen können sollte um seine Arbeit für die Gemeinschaft ordentlich erledigen zu können.

Ein Mittagessen im Restaurant kann sich durchaus auch einmal bis 16 Uhr hinziehen. Nach der Siesta öffnen die Läden auch wieder ab 17 Uhr.

In Hotels richten sich die Essenszeitspannen aber ohnehin nach den Wunschzeiten der Gäste beziehungsweise ihrer Herkunftsländer oder auch mal nach dem Ausflugsangebot und den Startzeiten der Exkursionen. Dort ist es nicht üblich das Mittagessen bis in die Siesta zu ziehen.

 

Abendessen

Das Abendessen heißt in Spanien „cena“. Es fällt normalerweise kleiner aus als das Mittagessen und wird zwischen 21 und 23 Uhr eingenommen. Typische Bestandteile sind Salat, Brot, Käse und Tapas. Dazu trinkt man gerne ein kaltes Bier oder ein Glas Wein. In Gesellschaft mit Freunden und natürlich bei Geschäftsessen fällt das Abendessen opulenter aus und wird zum Anlass fürs gesellige Beisammensein – die Sobremesa.

Sobremesa

Das Wort sobremesa heißt übersetzt „Tischdecke“, hat aber im Spanischen noch eine weitere Bedeutung. Sobremesa ist auch die Zeit nach dem Essen, bei der die Familie oder Freunde am Tisch verweilen und eine gesellige Gesprächsrunde pflegen. Selten ist das Essen mit dem letzten Bissen beendet, sondern zieht sich oftmals bei Nachtisch, Tee oder Kaffee stundenlang in die Länge.

 

Siesta

Die spanische „siesta“ ist gelebter Alltag. Nach dem Essen wird eine halbe bis eine Stunde geruht, um in Ruhe verdauen zu können und um der Mittagshitze zu entgehen. Diese Tradition begann begann vor langer Zeit in der Landwirtschaft und ist heute weitgehend Brauch im ganzen Land. Landwirtschaft, Firmen und Geschäfte machen zwischen 14 und 17 Uhr ein bis zwei Stunden Pause und schließen nicht selten ihr Büro oder Geschäft zu dieser Zeit ab. Allerdings hat sich in Zeiten der Globalisierung auch diese Tradition besonders in den Großstädten und Großunternehmen auch wieder verändert und wird eingeschränkt. In Palma werden viele – besonders kleinere – Geschäfte nach wie vor in dieser verlängerten Mittagsstunde geschlossen.

Wein zum Essen

Wein ist gewöhnlich das Begleitgetränk beim Mittagessen. Bestellt man ein Menü mit 3 Gängen in einem normalen Restaurant, ist Wein oftmals im Menüpreis schon enthalten. Natürlich wird auf der Insel gerne mallorquinischer Wein serviert. Es gibt mehrere Winzerbetriebe, die man teilweise als Tourist im Rahmen einer Führung sogar besichtigen kann.

 

Kaffee

Kaffee ist in Spanien ein Nationalgetränk. Nicht selten werden mehrere Tassen über den Tag verteilt getrunken. So auch nach dem Mittagessen, als letzte Einheit nach dem Nachtisch. Kaffee wird in Spanien auf drei verschiedene Arten getrunken:

café con leche (Milchkaffee)

café solo (schwarz) oder

café cortado (wenig Milch)

Kaffee trinkt man in Spanien auch gerne mal zwischendurch. Die vielen Cafeterias, also Strassencafés sind im Durchschnitt entsprechend deutlich günstiger als in Deutschland. Ein Cafe con leche kostet im Sommer 2017 in Palma meist zwischen 1,20 Euro und 1,80 Euro. Bei Cafés in erster Reihe am Strand und an den typischen Flanierstrassen der Innenstadt, wo viele Touristen vorbeikommen sowie in der gehobenen Gastronomie und Hotellerie kann leicht auch mal das doppelte kosten.





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