Verspätungen und Flugausfall – So setzen Betroffene ihre Rechte durch


21 Aug 2016 [17:28h]     Bookmark and Share


Verspätungen und Flugausfall – So setzen Betroffene ihre Rechte durch

Verspätungen und Flugausfall – So setzen Betroffene ihre Rechte durch


Verspätungen und Flugausfall – was können Kunden tun, um Schaden zu reduzieren? Welche Ansprüche gibt es und wie können berechtige Ansprüche durchgesetzt werden?

 

Palma – Was ist bei Flugverspätungen und -Stornierungen zu tun? Welche Entschädigungen oder Versorgungsleistungen stehen im Falle eines Falles geschädigten Passagieren zu?

Wer mindestens drei Stunden aufgrund einer Flugverspätung am Zielort angekommen ist, dem stehen Kompensationszahlungen von der Airline zu.Grundlage ist eine EU-Richtlinie.

Aber wie kommt man tatsächlich an das, was einem zusteht? Freiwillig zahlen Airlines in der Regel nicht.

Mehrere Wege führen nach Rom und auch zur berechtigten Erstattung aufgrund von Verspätungen. Neben der eigenständige Durchsetzung von Forderungen ohne juristische Hilfe können Betroffene auch Hilfe durch Verbraucherzentralen, durch einen Rechtsanwalt sowie durch eines der vielen Fluggastrechteportale erfahren.

 

So sollten Betroffene vorgehen:

Immer Beweise sichern. Es empfiehlt sich immer sofort Beweise für tatsächliche Sachverhalte und Abläufe einer Verspätung zu sichern. Dazu sollte man seine Unterlagen beisammen halten, aber auch Zeugen mitsamt ihrer Postanschrift sind hilfreich.

Geplante Abflugs- und Ankunftszeiten: Bei Verspätungen und Flugausfällen fängt die Beweissicherung bereits bei der geplanten Abflugs- und vor allem der Ankunftszeit an. Denn eine Entschädigung aufgrund von Verspätung bezieht sich auf die verspätete Ankunft am Zielort, nicht auf die  tatsächlichen Abflugszeit.

Stehen diese Zeiten im Flugschein, der Bestätigungsmail oder auf dem Bordkartenausdruck? Oder gab es bereits vorher Änderungen? Wurde die Abflugszeit schon einmal verschoben? Wurden beim Buchungsvorgang die Flugzeiten angezeigt? Gerade bei Änderungen sollte man klar dokumentieren können, wann die tatsächliche Ankunftszeit ursprünglich festgelegt war. Hier helfen gegebenenfalls auch Screenshots von jedem Schritt des Buchungsvorgangs.

Rechtzeitiges Check-In: Wurde für den Flug rechtzeitig eingecheckt? Vielleicht schon vorher am heimischen Computer? Wartezeiten am Check-In müssen einkalkuliert werden. Bei den immer wieder überprüften Sparmaßnahmen der Airlines kommt es nicht selten vor, dass nur wenige Checkin-Schalter für unzählige Passagiere geöffnet sind. Es entstehen lange Schlangen, Unmut und patzige Worte führen zu Diskussionen und manchmal zu Agressionen, die ebenfalls zeitfressend sind. Wichtig ist der Zeitpunkt, zu dem der Fluggast im Computer als eingecheckt gilt, also dann, wenn die Bordkarte ausgedruckt ist.

Erscheint der Passagier zu spät am Check-In, ist das nur vorteilhaft für die Airline, die ihn im Zweifel abweisen kann. Der Kunde ist dann eben selbst schuld! Wer nicht rechtzeitig eingecheckt hat, kann auch bei Verspätung keinerlei Ansprüche geltend machen.

Verspätung dokumentieren: Kommt es nach ordnungsgemäßem Check-In tatsächlich zu einer Verspätung wird diese manchmal nur über Lautsprecher kommuniziert und nicht selten immer wieder verlängert. Manch lange Verspätung ist eigentlich eine Sammlung von unzähligen Vertröstungen über eine noch unbekannte Dauer der Verspätung. Aus ein paar Minuten werden dann eben Stunden. Die Monitorhinweise sind dabei nicht immer akkurat. Personal ist nirgends in Sicht. Auch telefonisch ist niemand erreichbar. Ein Schalter ist maximal in der Abflughalle und würde einen neuen umständlichen Gang durch die Schlange an der Sicherheitskontrolle bedeuten. Und wie kann dann die Verspätung notfalls gerichtsfest bewiesen werden?

Selbst wenn Personal zu sehen ist und sich vielleicht auch kümmert kommt es darauf später nicht an. Denn im Zweifel steht auf dem Namensschild garkeiner oder nur ein Vorname und erinnern wird sich die oder der Mitarbeiter/in an die konkrete Situation sicher auch nicht mehr. Besonders wenig hilfreich für einen Nachweis ist es, wenn die Verspätung oder der Flugausfall im Ausland für den Heimflug stattfindet oder irgendein Subunternehmen beauftragt ist, das sich mit der Airline ohnehin nicht identifiziert und für den der Kunde ohnehin keine Rolle spielt.

Die Verspätung muss also auf andere Weise dokumentiert werden. Hier können Betroffene sich mit Mitreisenden solidarisieren und Namen und unbedingt auch die Postadresse austauschen. Wenn dann von beiden der Ablauf der Verspätung noch halbwegs ordentlich dokumentiert wird, kann das später vor Gericht und auch schon als Argument gegenüber der Airline Wunder wirken. Auch Handyfotos von Monitoranzeigen sind ein starkes Indiz. Besonders wenn sie sofort nach der Aufnahme durch Zusendung per E-Mail an Bekannte oder die eigene Mailadresse geschickt werden und damit einen eindeutigen Zeitstempel erhalten.

Faire Fluggesellschaften erkennt man auch daran, dass die Flugbegleiter an Bord Formulare bereithalten oder zumindest auf Anfrage herausgeben, auf denen die Flugverspätung bestätigt wird. Darauf sollten dann natürlich auch die richtigen Fakten und Daten möglichst mit vollem Namen und Unterschrift des Crewmitglieds vermerkt sein sowie die Adresse der Airline und gegebenenfalls der zuständigen  Reklamationsabteilung.

Betroffene sollten sich auch nicht scheuen, schon früh nach dem tatsächlichen Grund für die Verspätung zu fragen und dies auch zu dokumentieren. Denn nicht für jeden Grund ist die Fluglinie zur Zahlung verpflichtet.

Gehen im Laufe einer Korrespondenz Belege verloren oder werden Fristen nicht eingehalten oder lässt man sich zu früh auf Einschüchterungsversuche oder Abfindungen durch Teilzahlungen ein, kann ein späterer Weg zu Gericht erschwert oder ganz verbaut werden.

Betroffene, die die Fakten gut dokumentiert haben, haben sowohl bei der Airline, als mit fachlicher Unterstützung und eventuell später bei Gericht die besten Chancen.

 

Variante 1: Durchsetzung von Rechten ohne juristische Hilfe

Natürlich können von Flugverspätungen und Annulierungen betroffene Passagiere sich selbst zur Wehr setzen und von ihrer Airline Entschädigungen und andere Ansprüche einfordern. Sie sollten sich dann jedoch vorher gut darüber informieren, welche Entschädigung ihnen tatsächlich zusteht und vor allem wie sie vorgehen müssen, um die Forderungen zügig und korrekt durchzusetzen. Denn eines sollten Betroffene nicht verkennen: Ohne juristische Unterstützung hat man einen schweren Stand. Fluggesellschaften arbeiten heutzutage mit allen Tricks, um Auszahlungen zu vermeiden. Auch wenn sie wissen, dass sie in jedem Fall zur Zahlung verpflichtet sind.

Dahinter steckt ein eiskaltes Kalkühl: Die Airlines wissen ganz genau, dass vielen Kunden der Rechtsweg zu aufwendig, nervig und vielleicht auch zu risikoreich erscheint. Sie lassen es darauf ankommen, auch wenn sie hinterher doch zahlen müssen. Gegen diese Anarchie unternimmt der Gesetzgeber bislang nichts – zur Freude der Fluglinien. Einige haben bereits in dieser Hinsicht ein sehr zweifelhaftes Image erlangt, werden aber trotzdem weiterhin gebucht.

Wer alle Beweise parat hat, sollte sich schriftlich an seine Airline wenden, den Sachverhalt schildern  und Kopien seiner Belege beifügen. Das kann formlos geschehen, im Netz werden jedoch auch Formblätter zum Beispiel von der EU oder Verbraucherzentralen vorgehalten, die einfach ausgefüllt und am besten per Einschreiben an die Fluggesellschaft gesendet werden können.

 

Keine Reaktion – keine Zahlung

Was tun, wenn die Airline nicht reagiert? Dann bleibt eigentlich nur noch der Gang zum Anwalt, einem der Flugrechtsportale oder auch direkt zum Gericht.

 

 

Variante 2: Durchsetzung von Rechten mit Verbraucherzentralen (in Bearbeitung)

Variante 3: Durchsetzung von Rechten mit Anwalt (in Bearbeitung)

Variante 4: Durchsetzung von Rechten mit Flugrechtsportalen (in Bearbeitung)

 





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