Reise-Etikette: Tipps für Touristen auf Mallorca


03 Aug 2019 [18:48h]     Bookmark and Share


Reise-Etikette: Tipps für Touristen auf Mallorca

Reise-Etikette: Tipps für Touristen auf Mallorca


Ob als Tourist oder Auswanderer, wer auf die Insel kommt sollte sich ein wenig mit den üblichen Umgangsformen auskennen. Palma.guide gibt einige Tipps, die auf Mallorca hilfreich sind.

Rauchen, Trinkgeld, Anrede oder nackter Oberkörper: Um nicht unnötig anzuecken oder dem Gegenüber den nötigen Respekt zu zeigen oder gar ein Bußgeld zu vermeiden sollten auch Touristen die wesentlichsten Umgangsregeln kennen.

 

Señor, Du oder Sie? – 

Auch in Spanien gibt es die Anredeforme „Du“ (spanisch: „tu“) und „Sie“ (spanisch „usted“, geschrieben abgekürzt „Ud.“ oder „Uds.“). Wie im Deutschen zeigen sie den passenden Respekt, den man dem Gegenüber erweist. Das „Du“ ist sehr üblich. Wer hinhört merkt, dass jeder fast jeden duzt. Allerdings:  Kennt man das Gegenüber nicht oder kaum oder ist er oder sie deutlich älter als man selbst. Oder ist der gegenüber in einer übergeordneten Position, dann sollte man auf jeden Fall bei der Höflichkeitsform, also dem ‚usted’ bleiben. Den Polizisten, Chef, Anwalt, Arzt, Geschäftspartner oder die ältere Dame im Bus sollte man also besser erstmal siezen. Sehr wahrscheinlich wird der Gegenüber ohnehin sofort zum „Du“ wechseln oder reagiert gar irritiert über die respektvolle Anrede. Dann kann man sich immer noch anpassen und auch die Du-Form verwenden.

Ganz unpassend allerdings wäre das „Du“ bei hochrangigen Kirchenvertreter, Top-Managern, Adeligen oder gar gegenüber den Mitgliedern der Königsfamilie – wenngleich die Wahrscheinlichkeit als Tourist letzteren zu begegnen doch eher gering ist.

 

Noch ein Bierchen, Schätzchen?: Señor – caballero – hijo oder cariño?

Insgesamt ist der Umgang also bei der Anrede eher locker. Schon beim zweiten Besuch in einer Bäckerei, Kneipe oder im Eissalon wird man schnell mal zum eigenen Sohn (spanisch: „hijo mío”) oder Schätzchen (spanisch: „cariño”) ernannt. Da wirkt selbst das „tú” schon etwas distanziert.

Das „usted“ stammt noch aus dem Mittelalter. Ebenso wie die Anrede „Señor“. So wurden früher von den einfachen Arbeitern die höheren Stände angesprochen. Heute ist die Anrede im spanischen Alltag weitgehend untypisch. Verbreitet hingegen ist noch die Anrede „caballero“ für Männer. Ursprünglich bedeutet der Begriff „Pferdeknecht“, heute werden gerne seriöse – meist ältere – Herren so angesprochen. Immer öfter aber auch jüngere Männer, die einen seriösen Eindruck vermitteln. Die traditionellen Verhaltensnormen sind im Wandel.

So wie in Deutschland die Ikeaisierung dazu beigetragen hat, dass auch Fitnesscenter, Telefonfirmen, Elektronikgeschäfte und andere ihre Kunden einfach mal duzen, so wandelt sich auch das Verhalten in Spanien.

Egal ob „Du“ oder „Sie“ – wichtig ist, dem Gegenüber den gebotenen Respekt zu zeigen. Das vermeidet Irritationen und stärkt die Bereitschaft beim Gegenüber dem Sprecher etwas Gutes zu tun.

 

Umgangsformen: Handschlag und Gastgeschenk

Die gängigen Höflichkeitsformeln sollten in Spanien beachtet werden. Zur Begrüßung gibt man sich auch hier üblicherweise die Hand.  Bei Einladungen freut sich der Gastgeber sicherlich über ein kleines Gastgeschenk. Blumen allerdings überreicht man nur zu besonderen Anlässen.

 

Kleidung

Freizeitkleidung ist meist überall angemessen. In manchen Hotels und Restaurants erwartet man von Männern Jackett und Krawatte. Das gilt besonders für die höheren Hotelkategorien. Nur bei besonders formellen Veranstaltungen am Abend wird auch elegantere Abendkleidung erwartet.

Nackte Oberkörper oder Badekleidung stoßen trotz der touristischen Historie der Insel außerhalb des Badebereichs auf Ablehnung. Mittlerweile gibt es auch klare rechtliche Vorgaben, die Badekleidung oder nackte Männerbrüste in Etablissements oder dem Stadtbild eindeutig verbieten. Strand oder Pool sind also die einzigen tolerierten Orte für nackte Haut.

 

Rauchen

In allen öffentlichen Einrichtungen herrscht Rauchverbot. So also in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Telefonzellen und in Räumen, in denen sich Geldautomaten befinden. Außerdem auf Kinderspielplätzen und Schulhöfen und in allen gastronomischen Lokalen. Nicht erlaubt sind heute auch Raucherzonen in Gasträumen.

 

Trinkgeld

Trinkgeld ist in Spanien weitaus seltener üblich als anderswo. Dem Servicepersonal ein kleines Trinkgeld zu hinterlassen ist allerdings eine freundliche Geste, die Kellner wie andernorts natürlich ebenso erfreut. Von ausländischen Touristen wird dieser kleine Obolus auch eher erwartet als von Spaniern. Gepäckträgern kann man eine geringe Summe pro Gepäckstück in die Hand drücken.

Wenn Trinkgeld, dann sind in der Gastronomie zwischen zehn und 15 Prozent üblich. Nachdem der Kellner das Wechselgeld zurück gebracht hat, lässt der Gast das Trinkgeld einfach liegen. Äußerst unhöflich wird es jedoch empfunden, wenn nur Kleinstbeträge wie Zwei- oder Fünf-Cent-Stücke liegengelassen werden.  Im Taxi wird der Fahrpreis einfach nur aufgerundet.

Grundsätzlich gilt: ein freundlicher Umgang zeigt Respekt und wird von der einheimischen Bevölkerung sehr geschätzt. Wer um jeden Preis auf „seinem Recht“ beharrt und schnell ungehalten wird, erreicht sein Ziel weniger schnell.

 





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