Airbnb auf Mallorca: 294 Millionen Gewinn in 1,3 Millionen Nächten


27 Mai 2017 [17:50h]     Bookmark and Share


Airbnb auf Mallorca: 294 Millionen Gewinn in 1,3 Millionen Nächten

Das Angebot an Zimmern ist breit. Neben Designhotels wie dem Hotel Tres oder Cort gibt es auch Hostels, Privatzimmer, Fincas und Luxusunterkünfte.


Die Ferienvermittlungsplatform Airbnbhat im Jahr 2016 auf Mallorca 294 Millionen Euro Gewinn gemacht. Nach eigenen Angaben werden über ihr Portal etwa 590.000 Schlafplätze angeboten, die Umweltorganisation Terraferida spricht hingegen von 1.300.000 Übernachtungen. Besonders markant: Die Hälfte der Übernachtungsgelegenheiten gehört zu 99 Anbietern. Kleinanbieter sind also nicht die Hauptnutzniesser dieses neuen Gewerbezweiges.

Palma – Die Zahlen wurden von der Umweltorganisation Terraferida veröffentlicht. Zwischen Januar 2016 und März 2017 habe Airbnb 294,3 Millionen Euro auf den Balearen erwirtschaftet, behauptet die Organisation.

Derzeit stehen 14.960 Zimmer mit 81.901 Betten auf der größten Baleareninsel zur Verfügung. Die Hälfte davon seien von 99 Anbietern inseriert. Die Umweltorganisation hat die marktführenden Plattformen Airbnb und HomeAway dazu aufgefordert, die wahren Zahlen ihrer Aktivitäten zu veröffentlichen. Es soll ermittelt werden wie viele Mitarbeiter beschäftigt sind, wie viele Steuern bezahlt werden und wie groß der Anteil an illegaler Ferienvermietung ist. Denn für die Vermietung von Ferienwohnungen bedarf es einer speziellen Lizenz, die allerdings seit geraumer Zeit nicht mehr ausgegeben werden.

Das Thema der Ferienvermietung von Privatwohnungen hat in letzter Zeit mehr und mehr an Brisanz gewonnen. Zahlreiche Interessensverbände für und gegen diesen Wirtschaftszweig haben sich gebildet und üben Druck auf die Politik aus. Das Thema ist heikel und füllt fast täglich die Gazetten. Im Sommer 2017 soll ein neues Gesetzt diese Art der Vermietung regeln.

Die Diskussion ist facettenreich. Zum einen sehen manche Hotelliers ihr etablierten Pfründe gefährdet und fürchten Gästeverlust oder geringeren Umsatz. Andererseits treten viele Gastronomen und andere touristische Gewerbetreibende für die Möglichkeit einer Privatvermietung ein. Sie verdienen oft nichts oder nur wenig an den All-Inclusive-Hotelgästen, wohl aber an Individualreisenden, die ausserhalb der Unterkunft konsumieren.

Großer Regelungsbedarf besteht bezüglich des normalen Mietwohnungsmarktes. Nicht nur für die vielen touristischen Saisonarbeiter, sondern auch für Studenten und andere Einheimische fehlt es an Wohnungen. Nicht wenige müssen ihren Job sausen lassen weil sie keine Wohnung finden. In der Folge fehlt es fast überall an genügendem und qualifiziertem Personal.

Im letzten Jahr sind die Preise für Mietwohnungen um etwa 20 Prozent gestiegen. 1-Zimmer-Apartments für 1.000 bis 4.000 Euro gibt es noch, aber selbst WG-Zimmer sind kaum mehr zu kriegen. Und das nicht nur in der Hauptstadt Palma oder in Strandnähe sondern auch in den Dörfern im Inland.

Gefördert wird die große Nachfrage nach Ferienwohnungen auch durch das diesen Sommer absehbare extreme Überangebot nach billigen Flügen aus ganz Europa. Der Wettbewerb ist enorm, die Flugpreise unter erheblichem Druck. An Touristen wird es kaum mangeln, aber wo sie schlafen dürfen ist unsicher.

 

 

 





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