Gesundheitswesen auf Mallorca


18 Jun 2017 [14:44h]     Bookmark and Share



Residenten in Spanien haben wie auch Einheimische ein Anrecht auf Zugang zum staatlichen Gesundheitswesen wenn sie entweder sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, sozialversicherte Selbstständige oder Arbeitslose oder Rentner sind. Auch die jeweiligen Angehörigen können die Leistungen des staatlichen Gesundheitswesens nutzen. Das System ist komplett steuerfinanziert, weshalb viele es für „gratis“ halten. Auch EU-Touristen können im Bedarfsfall die staatlichen Gesundheitsleistungen beanspruchen.

Egal ob Einheimischer, Resident oder Tourist. Im Nofall wird niemand allein gelassen. Allerdings ist wie überall alles eine Frage des Geldes beziehungsweise der richtigen Versicherung. Und natürlich einer schnellen Kommunikation.

Wir informieren hier über die grundsätzliche Struktur des Gesundheitswesens, wer sie in Anspruch nehmen kann und auch, wie man sich versichern muss, um im Krankheitsfall Unterstützung zu erhalten.

 

zum Artikel: Krank als Tourist:

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Besonders für Touristen gilt jedoch: Informationen beim Hausarzt und der Krankenkasse vor der Spanienreise einzuholen ist absolut empfehlenswert. Auch die hier dargestellten rechtlichen Rahmenbedingungen für Einheimische und Residenten können sich jederzeit ändern. Die zusammengestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dienen lediglich einer groben allgemeinen Information unserer Leser.

 

Arztbesuch in Spanien

In Spanien herrscht im staatlichen System keine freie Arztwahl. Der Hausarzt wird zugewiesen, je nachdem, wo man gemeldet ist. Wer privat zusatzversichert ist, kann sich entsprechend anders behandeln lassen. Krankschreibungen müssen aber in jedem Fall vom staatlichen Arzt vorgenommen werden. Privatärzte rechnen natürlich auch privat ab. Patienten müssen meist in Vorlage treten, insofern empfiehlt es sich vor der Behandlung die Kostenfragen wie Vorauszahlung oder Kostenübernahme durch eine private Krankenversicherung abzuklären. Das gilt besonders auch für Touristen, die bei plötzlich auftretenden Beschwerden nur allzugerne schnell der Werbung oder dem Türschild der zahlreichen niedergelassenen deutschen Ärzte folgen. Wer als Einheimischer oder Resident krank geschrieben (span.: „baja“) wurde muss sich von seinem Hausarzt auch wieder gesund schreiben lassen (span.: „alta“) und diese Bescheingung seinem Arbeitgeber ebenfalls vorlegen. Baja und Alta – Bestätigungen können auch gleichzeitig erfolgen wenn der Hausarzt absehen kann, wie lange die Erkrankung dauert.

 

Krankenhäuser

Auf Mallorca gibt es ein Universitätskrankenhaus und mehrere kleine „Basiseinheiten“, die sogenannten Unidades Básicas. Sie befinden sich in vielen Inselortschaften. Darüber hinaus gibt es noch vier staatliche Krankenhäuser, die jeweils für ein bestimmtes Einzugsgebietes zuständig sind.

Im Notfall wird natürlich jeder in jedem Krankenhaus behandelt. Das Unikrankenhaus liegt am Stadtrand von Palma und heißt „Son Espases„. Hier können sich die meisten Einwohner der Hauptstadt behandeln lassen sofern sie in einem der folgenden Stadtteile wohnen: Andratx, Calvià, Esporles, Banyalbufar, Establiments, Estellencs, Puigpunyent und Valldemossa.

Ebenfalls in Palma befindet sich das Krankenhaus „Son Llàtzer“ am östlichen Stadtrand gelegen. Bürger von Playa de Palma, Alaró, Algaida, Binissalem, Bunyola, Consell, Deià, Fornalutx, Llucmajor, Marratxí, Santa Eugènia, Santa Maria, Sencelles, Sóller, Pina und Randa können sich hier behandeln lassen.

 

Gesundheitszentren, Basiseinheiten & Hausärzte

Neben den Krankenhäusern gibt es inselweit 44 Gesundheitszentren, die sogenanten „Centros de Salud„. In den Zentren arbeiten mehrere Hausärzte, auf Spanisch heißen sie „médico de cabecera“ oder „médico de familia„.

In kleinen Ortschaften gibt es oft kein eigenes Gesundheitszentrum. Dort befinden sich stattdessen „Basiseinheiten“ deren Öffnungszeiten begrenzter sind. Auch sind diese Anlaufstellen weniger gut ausgestattet. Auf der ganzen Insel gibt es 86 Basiseinheiten.

Bereits die Gesundheitszentren sind nicht unbedingt gut ausgerüstet. Schon für eine Ultraschalluntersuchung muss der Hausarzt in Palma einen Überweisungszettel für das Krankenhaus schreiben und den Patienten dorthin schicken. Und selbst in Palmas Universitätskrankenhaus Son Espases sind nicht immer genug Radiologen im Einsatz, die sofort eine Ultraschalluntersuchung vornehmen könnten. In solchen Fällen wird man vom Krankenhaus wieder nach Hause geschickt und angerufen, wenn ein passender Arzt im Dienst ist. Das kann schon mal ein paar Tage dauern. Für einen entzündeten Blindarm oder andere akute erkrankungen könnte das auch schon mal zu spät sein. Privatpatienten, die freie Arztwahl haben, können sich einen Arzt aussuchen, der in seiner Arztpraxis ein Ultraschallgerät vorhält.

In Palma gibt es Busse, die für die Patienten von den Gesundheitszentren aus zum Krankenhaus gratis genutzt werden können.

 

PAC – die Notfalleinheiten

Außerhalb der üblichen Öffnungszeiten verfügen den Angaben der Gesundheitsbehörde Ibsalut zufolge 24 der 44 Gesundheitszentren über eine Notfalleinheit. Diese Notfalleinheiten heißen PAC, abgekürzt für „punto de atención continuada“. Wer gesundheitliche Probleme hat, aber nicht in die Notaufnahme eines der Krankenhäuser möchte, findet hier Hilfe. PACs gibt es in Palma nur in den Gesundheitszentren S’Escorxador, Escola Graduada und Son Pisà.

Der Zahnarzt in Spanien muss übrigends immer vom Patienten selbst bezahlt werden. Also auch von Residenten oder Touristen. Es gibt zahlreiche Zahnkliniken und -praxen in allen Stadtteilen von Palma. Sie vergeben Termine und machen Kostenvoranschläge auf Anfrage. Auch viele deutschsprachige Zahnärzte praktizieren in Palma.

 

Praktische Infos:

Unter ibsalut.es gibt es Informationen über Adressen und Öffnungszeiten sämtlicher Krankenhäuser, Gesundheitszentren und Basiseinheiten auf ganz Mallorca.

 

Deutschsprachige Ärzte in Palma (Artikel mit Adressen und Ansprechpartnern in Planung)

 

 





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